Tagesarchiv: Februar 4th, 2008

schneeemann.jpg 

 

Das Ende – das Sterben – einer Freundschaft durch den Verzicht,

 

die Aufgabe, die Trennung oder gar den Tod eines Freundes

 

ist kein gefühlvollerer Vorgang oder ist keineswegs sentimentaler,

 

als sonst in irgendeiner mitmenschlichen Beziehungen zu erwarten

 

wäre.

 

Freundschaft ist nicht freier, aber auch nicht praller an Gefühlen,

 

Versprechungen, Enttäuschungen, Hoffnungen als gewöhnliches Leben. 

 

Es scheint, als verdiene jene oft beschworene Freundschaft

 

bis in den Tod hinein nur dann tatsächlich Freundschaft genannt

 

zu werden, wenn sie selbst jenen pathetisch prophezeiten Tod

 

nie wirklich erleben muss.

 

Dass eine solche, fast immer auf ewig geschworene Beziehung,

 

den eigenen Tod, das eigene Ende, die Trennung beider Freunde

 

in Jahrhunderten bereits hunderttausendfach erleben musste und

 

weiter erleben wird, gehört dazu. Menschen sind vergänglich,

 

Erlebnisse sowieso. Freunde erst recht.

aus: BLOGISTIV 1.0 (Seite 116)