Kategoriearchive: Poetry

web-blogistiv-puppe.jpg

Ich ahne, mich vor allem – egal wie, wo, womit – gegen jegliche Form der

Globalisierung, nicht nur die politische oder gesellschaftliche, im Leben

zu wehren: vor allem gegen die Missachtung von Übereinkünften, die das

miteinander leben – also schreiben, reden, tauschen, treffen, lesen,

handeln, zuhören, helfen – erst ermöglicht. Gegen Ignoranz allem Leisen

und Schwachen gegenüber, gegen bloggerechtes, stakkatohaftes Leben - 

plattwalzend, zielorientiert und die Genauigkeit durch Banalität demütigend.

aus: BLOGISTIV 1.0 (Seite 49)

20060807-017.jpg 

Ich habe Nachrichten im Weltweitnetz gelesen. Australien: Wie mag das sein, 10.000 Meter an einem Gleitschirm in die Höhe gerissen zu werden, fast eine Stunde lang Sturm und Hagelkörnern ausgesetzt zu sein, umhergewirbelt zu werden und dann, binnen Minuten, in die Tiefe gezogen zu werden?

So, wie vor einiger Zeit einer Paragleiterin in Australien geschehen und vermeldet.  Eine Stunde lang zwischen Himmel und Hölle, zwischen Erde und Weltall gefangen sein, zum Spielball der Kräfte verdammt, als Teil der Urgewalten.  Ist das ein Glücksmoment? Ist Glück immer das, was andere nie erleben würden? Koste es auch das eigene Leben?

aus: BLOGISTIV 1.0 (Seite 22)

fusion-2005.jpg 

Älter geworden zu sein, scheint auch zu heißen:

Leben als ständige Wiederkehr erfahren zu haben.

Alles also schon einmal durchlebt haben zu müssen -

jeden Kummer, jede Trauer, jede Freude,

jeden Streit, jeden Stolz, jeden Hass, jede Liebe.

Wirklich alles? Und wirklich alles schon jetzt?

aus: BLOGISTIV 1.0 (Seite 29)

schneeemann.jpg 

 

Das Ende – das Sterben – einer Freundschaft durch den Verzicht,

 

die Aufgabe, die Trennung oder gar den Tod eines Freundes

 

ist kein gefühlvollerer Vorgang oder ist keineswegs sentimentaler,

 

als sonst in irgendeiner mitmenschlichen Beziehungen zu erwarten

 

wäre.

 

Freundschaft ist nicht freier, aber auch nicht praller an Gefühlen,

 

Versprechungen, Enttäuschungen, Hoffnungen als gewöhnliches Leben. 

 

Es scheint, als verdiene jene oft beschworene Freundschaft

 

bis in den Tod hinein nur dann tatsächlich Freundschaft genannt

 

zu werden, wenn sie selbst jenen pathetisch prophezeiten Tod

 

nie wirklich erleben muss.

 

Dass eine solche, fast immer auf ewig geschworene Beziehung,

 

den eigenen Tod, das eigene Ende, die Trennung beider Freunde

 

in Jahrhunderten bereits hunderttausendfach erleben musste und

 

weiter erleben wird, gehört dazu. Menschen sind vergänglich,

 

Erlebnisse sowieso. Freunde erst recht.

aus: BLOGISTIV 1.0 (Seite 116)

sonnenaufgang.jpg 

Wer auf wahre Freundschaft hofft,

sollte vor allem auf Wahrheit hoffen.

Freundschaft ergibt sich dann

ganz von allein.